Sonntag, 23. August 2015

Emi's World Literature List #77

Als ich meine Liste zusammenstellte war klar, dass etwas von Doris Lessing mit drauf musste, ich entschied mich, wie sollte es auch anders sein?, für das als ihr Hauptwerk geltende "Das goldene Notizbuch". Als ich das letzte Mal in der Stadtbücherei war, war das eins der Bücher, die ich mitnahm und nach einigen Stunden Lektüre (800 Seiten brauchen einiges an Zeit, um gelesen zu werden) habe ich es nun vor ungefähr einer Stunde beendet.

Die Struktur fand ich interessant, die Rahmenhandlung mit den jeweiligen Abschnitten aus den vier Notizbüchern, schwarz, rot, gelb und blau, die die Protagonistin Anna, eine Schriftstellerin, führt. "Sie führt vier und nicht eines, weil sie, wie sie erkennt, die Dinge voneinander getrennt halten muß, aus Furcht vor dem Chaos, vor Formlosigkeit - vor dem Zusammenbruch." Am Ende trennt Anna sich von den vier Notizbüchern und fängt ein neues an, eben das goldene. Natürlich ist all das verschachtelt, komplex und anspruchsvoll, ich habe gelesen, dass viele das Buch daher als schwierig empfinden. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich schon viele sehr verschachtelte, komplexe Bücher gelesen habe, jedenfalls hat mich das nicht weiter gestört. Konzentration war natürlich erforderlich, aber die ist eigentlich bei jedem (halbwegs gut geschriebenen) Buch vonnöten.

Am Anfang war ich unentschlossen, was ich von dem Roman halten soll, dann hatte ich mich eingelesen und fand ihn sehr interessant, spannend und wollte wissen, wie die einzelnen Ebenen jeweils weitergehen. Zum Ende hin entwickelte ich allerdings eine unglaubliche Aggression gegen das Buch bzw. gegen die Charaktere, vor allem gegen Anna. Am Anfang war sie eine selbstbewusste Frau, mit der ich mich vielleicht nicht unbedingt identifizieren konnte, deren Handlungen und Gedanken ich aber nachvollziehen konnte. Je mehr die Geschichte sich entwickelte, desto weniger konnte ich sie verstehen, warum sie sich immer wieder mit demselben Typ Mann einlässt, von dem sie weiß, dass er nicht gut für sie ist. Ich kann meine Meinung zu dem Roman noch nicht genau beschreiben, ich brauche mehr Zeit, um darüber nachzudenken, aber so viel kann ich schon mal sagen: das Ende stößt mich ab.

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