Mittwoch, 1. Juni 2011

Again stupidness

Yo. Ähm, ich hab mich heute wieder einmal gefragt, ob die Menschen einfach nur dumm sind... Heute Morgen zum Beispiel. Mein Zug kam wunderbar pünktlich. So, schönen Platz gefunden, in Fahrtrichtung. Auf einmal bellt der Lokführer: "Wenn Sie den Türbereich frei geben, können wir auch weiterfahren." Oh Mann, schon wieder so dämliche Volltrottel! War ja ziemlich deutlich, vor allem der Tonfall, der Mann hatte gelinde gesagt die Schnauze voll. Na ja. Zwei Minuten, wir standen immer noch da, bellte er noch mal: "Ja, wir bleiben hier so lange stehen, bis der Türbereich freigegeben wird." *aufreg* Wie kann man dermaßen blöd sein? Da hat der Mensch es dann aber offensichtlich verstanden, denn kurz darauf fuhren wir los. Ich sag's ja, die Dummheit der Menschen... Uni war dann wie immer. In meiner letzten Veranstaltung hat der nette Kerl ne halbe Stunde früher Schluss gemacht. Mein Zug war dann aber überfüllt. Na ja, wahrscheinlich fahren viele über den Feiertag nach Hause. Nicht so toll, ne. Ich musste nämlich stehen. Aber es ging noch. Meine Tasche war zum Glück nicht schwer, musste heute mein dickes Sprachbuch nicht mitnehmen.

In meiner ersten Vorlesung ging es heute um Filme, genauer gesagt japanische Filme. Was man halt so kennt, ne. Monsterfilme, Yakuzafilme, Horrorfilme, Animes. Aber auch über sozialkritische Filme und ähnliches. Dabei wurde ein Film erwähnt, der sich ziemlich interessant anhörte und zu Hause hab ich dann meine Zeit genutzt, und ihn mir angeguckt. (Ähm, ja, ich hätte vielleicht was anderes tun sollen, aber ich rede mich damit heraus, dass es ja gewissenermaßen auch für die Uni war... XD) Der Film heißt "誰も知らない (Dare mo shiranai)", in Deutschland bekannt unter dem Titel "Nobody Knows":



Der Film ist so ganz langsam und leise, mit langen Szenenbildern gemacht. Nichts also für Actionfans. (Okay, eigentlich stehe ich ja auch mehr auf Action, aber hin und wieder sind solche, ich sag mal künstlerisch niveauvollere Filme auch ganz schön.) Es geht um die Familie Fukushima (ein Schelm, wer sich dabei etwas denkt, ne Quatsch, der Film ist von 2004). Die Mutter, Keiko, hat vier Kinder, wobei jedes einen anderen Vater hat. Sie wurden gerade aus ihrer alten Wohnung geworfen, weil die Kinder zu laut waren. Der Film beginnt damit, dass die Familie in eine neue Wohnung zieht. Offiziel aber nur die Mutter und ihr ältester Sohn, der zwölfjährige Akira (hervorragend gespielt von Yūya Yagira). Die beiden Jüngsten, Shigeru und Yuki, werden in Koffern in die Wohnung geschmuggelt. Kyoko, die schon zu groß dafür ist, wird am Abend von Akira am Bahnhof abgeholt. Es werden strenge Regeln aufgestellt. Die Wohnung darf außer Akira keiner verlassen (zur Schule geht keiner der Kinder), niemand darf auf den Balkon, außer Kyoko, weil dort die Waschmaschine steht und Kyoko fürs Wäschewaschen zuständig ist und natürlich dürfen sie nicht zu laut sein. Die Mutter hat einen neuen Freund, dem sie aber nichts von ihren Kindern erzählt und eines Tages ist sie plötzlich einfach weg. Sie hat Akira etwas Geld hinterlassen, mit dem er jetzt haushalten muss. Am Anfang gibt er sich auch große Mühe, aber letztendlich sind es eben doch nur Kinder und mehr und mehr verwahrlosen sie. Das wird an verschiedenen Dingen sichtbar. Nachdem ihnen Strom und Wasser abgestellt wurden, werden sie immer schmutziger. Waschen können sie sich nur noch im Park, wo Akira auch jeden Tag Wasser holen geht. Dabei wirkt es anrührend, wie Kyoko die Wäsche auf den Stangen im Park aufhängt. Die Haare der Jungen werden immer länger, sie haben kaum noch etwas zu essen.



Wenn man dann erfährt, dass der Film auf einer wahren Begebenheit basiert, ist man wirklich erschrocken. Denn alle blicken weg, keiner sieht, was passiert, keiner hilft. Zur Polizei oder zum Jugendamt will Akira nicht gehen, weil er weiß, dass man sie dann trennen würde. Das möchten sie nicht, sie haben ja schließlich nur noch sich und hängen aneinander. Das wird immer wieder ersichtlich. Etwa als Kyoko ihr Geld, das sie für ein Klavier spart, Akira gibt, damit er etwas zu Essen kaufen kann. Eine sehr berührende, traurige Geschichte. Die Kinder geben nicht auf und versuchen, das Beste aus ihrer Situation zu machen.

Bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2004 wurde Yūya Yagira für seine Darstellung des Akira als Bester Schauspieler ausgezeichnet. Und das ist wirklich gerechtfertigt, er spielt die Rolle wirklich überzeugend. Ein empfehlenswerter Film, auch wenn er 141 Minuten dauert. Das hat mich erst einmal schockiert, welcher Film dauert denn so lange? Aber da bleibt dann wirklich genug Zeit, um die Charakter sich langsam entwickeln zu lassen.

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