Donnerstag, 5. November 2009

Gefangen

Hab irgendwie das Gefühl, gefangen zu sein. Ich kann nicht einmal genau sagen, worin dieses Gefängnis besteht und warum ich daraus nicht entfliehen kann. Ohne Worte verstehe ich irgendwie instinktiv, dass es ein Gefängnis, ein Käfig, was auch immer ist, aus dem ich nicht entfliehen kann. Es gibt keine Fluchtmöglichkeit, keine schwache Stelle, wo man den Ausbruch wagen könnte. Die Mauern sind aus unzerstörbaren Material. Sie niederreißen? Geht nicht! Zumindest nciht von innen. Von außen wäre es vielleicht auch möglich, nur ist da draußen niemand, der sich die Mühe machen will, diese Mauern niederzureißen und mir in die Freiheit zu helfen. Es scheint, als würden diese Mauern mcih unsichtbar machen. Oder vielleicht sind es nur die Mauern, die unsichtbar sind? Auf jeden Fall kann niemand außer mir selber sie sehen. Das heißt, sehen kann ich sie ja auch nicht, ich spüre sie nur. Wie sie mich einengen, mich begrnzen, mir keinen Freiraum lassen. Ein ausbruchssicheres Gefängnis! Der Vogel im Käfig. Ich will hier raus! Dabei bin ich so hilflos wie der Vogel, der nur auf seiner Stange sitzen kann und sich vielleicht daran erinnert, wie es war, die Schwingen auszubreiten und zu fliegen, frei zu sein! Ich kann auch nicht sagen, ob ich schon immer in diesem Gefängnis gefangen war, oder ob die Mauern erst später errichtet wurden. Und von wem sie dann errichtet wurden. Von mir selber? Hab ich damals Schutz dahinter gesucht und bin nun zu schwach, um sie wieder niederzureißen? So wird es vermutlich sein. Doch zunehmend werden sie mir eine Last, ich habe nicht mehr die Kraft, sie ständig mit mir mitzuschleppen. Andrerseits kann ich mir aber auch ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen... Auf jeden Fall würde ich mir ziemlich schutzlos und zerbrechlich, angreifbar fühlen. Es wäre also nicht alleine damit getan, die Mauern zu zerstören, man müsste mir auch noch helfen, alleine, ohne sie, durch das Leben gehen zu können, einen neuen Schutz zu bauen, der mich nicht auch einsperren würde. Doch wer würde schon so etwas tun? Bei jemanden, der so ist, wie ich?!

Gerade dieses gefangen fühlen, das Gefühl, wie ein Vogel im Käfig zu sein, ist der anfängliche Grund, und auch bis heute noch einer der Hauptgründe, weswegen ich den Himmel so liebe. Für mich verheißt er die Freiheit, dieses unendliche blau, das keiner aufhalten kann. Den Himmel kann keiner in Ketten legen. Würde ich da oben auf einer Wolke leben oder eine Wolke sein, wäre ich frei! Vollkommen! Ich könnte mit dem Wind ziehen, wohin auch immer. Niemand könnte mich einfangen und einsperren.

Doch so bin ich nur ein Vogel im Käfig, der sehnsüchtig nach draußen in den Himmel blickt und seine Schwingen nicht entfalten kann. Der nicht frei ist.




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