Donnerstag, 16. Juli 2009

Menschen

Menschenmengen, vor allem große, mag ich wirklich überhaupt nicht. Ich komme mir dann immer so beobachtet vor, ein schreckliches Gefühl. Wenn ich ein Gespräch mit mehr als einer Person führen muss, bekomme ich meinen Mund nicht mehr auf. In einer größeren Gruppe, abgesehen wenn ich mit meinem Geschwistern zusammen bin, sag ich nur höchst selten etwa. Nur, wenn ich angesprochen und was gefragt werde. Und es sind immer nur so wenige Worte, wie nur irgendwie möglich. „Ja“, „nein“, „ich weiß nicht“, ... Ich denke mal, dass das ein Grund ist, weshalb mich die Leute, die mich nicht wirklich kennen, mich langweilig finden, und nichts mit mir anfangen können. Auf jeden Fall versuche ich immer, größeren Menschenmengen auszuweichen. Ich frag mich echt, wie das so Sänger und Schauspieler machen, wie die so cool bleiben können und das auch noch genießen, wenn sie auf einer Bühne stehen, von vielen Augen angestarrt und ständig von einer Kamera verfolgt. Ich würde echt durchdrehen. Bei der Abschlussfeier fand ich es schon schlimm, kurz da hoch auf die Bühne zu müssen, um mein Zeugnis in Empfang zu nehmen. Von hunderten von Menschen angesehen und von ich weiß nicht wie vielen Kameras geknipst. Dann auch noch lächeln müssen,... ne, so was ist echt nichts für mich!!! Familienfeiern mag ich daher auch nicht. Zu viele Menschen! Viele davon kennt man nicht wirklich, weil sie weiter weg wohnen und man sie nur selten sieht. Und jetzt hat die Familie beschlossen, im Herbst wieder ein großes Familientreffen zu machen, über ein ganzes Wochenende. Schrecklich!!! Nicht zum Aushalten! Meine Mutter wird mich zwingen, da mit zu fahren. Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich zu Hause bleiben. Kein Chance! Und jetzt hat eine meiner zahlreichen Cousinen sich auch noch verlobt. Was haben die alles es so eilig, zu heiraten???! Ich meine, die ist so alt wie ich, von meinem Jahrgang! Also 19, vielleicht auch schon 20, ich weiß nicht, wann sie Geburtstag hat. Viel zu früh zum heiraten! Obwohl wir sie kaum kennen, weil sie ewig weit weg von uns wohnt, müssen wir alle mit auf diese Hochzeit. Auch da gibt es kein Entrinnen... Und für mich bedeutet das wieder eine unglaublich große Qual! Da sind dann viele Menschen, die ich nicht kenne. Wirklich gut werde ich dann nur die Familie meines Onkels kennen, der in unserer Nachbarschaft lebt. Alle anderen kennen wir nur sehr oberflächlich. Keine Ahnung, worüber wir reden sollen, die sind ganz anders drauf, als ich. Was ich ebenfalls hasse, ist, mit so einer großen Menschenmenge zu essen. Ich hasse das wirklich. Kaum, dass ich esse, wenn ich mit meiner Familie zusammen bin. Da ist dieser Beobachtungs- hm, was ja, keine Ahnung, also ich komme mir halt immer voll beobachtet vor und dann mag ich nicht essen. Am liebsten esse ich allein! Restaurants sind auch furchtbar. Freiwillig gehe ich in keins rein. Furchtbar, furchtbar das ganze... Was soll ich bloß machen?

Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass ich Angst vor Menschen habe! Das hat natürlich eine Vorgeschichte. Das finde ich echt schlimm, diese Angst schränkt mich oft wirklich ein. Und keiner kann das verstehen. Ich verstehe es ja selber nicht.

Warum ich euch das erzähle? Keine Ahnung, mir war gerade so danach. Einfach mal alles, was mich bedrückt, aufzuschreiben. Manchmal ist das wirklich hilfreich. In dieser Sache nicht wirklich. Ich habe immer noch Angst vor Menschen und Menschenmengen. Aber es ist trotzdem erleichternd, sich so was von der Seele zu reden, bzw. zu schreiben, rede tue ich ja nicht gerne.

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