Dienstag, 21. Juli 2009

Meine Anti- beste Freundin

In meinem Leben sind mir schon so einige schräge Vögel begegnet. Nicht, dass ich was gegen schräge Vögel habe, ich bin ja selber ein unglaublich schräger Vogel.
Doch unter all diesen verrückten, oft auch liebenswerten Menschen, ist auch einer bzw. eine, die mich einfach nur wahnsinnig macht, nein, gemacht hat. Denn zum Glück muss ich sie nie mehr sehen. Sie hat mit mir zusammen Abi gemacht und vor allem die letzte Zeit war nur noch die reinste Qual! Zum Glück ist dieses Kapitel jetzt vorbei! Erlaubt es mir, sie euch vorzustellen, ihr werdet sicherlich bald sehen und mir darin zustimmen, dass sie einfach nur nervig ist, DIESE PERSON. Ihren Namen möchte ich nicht nennen, das wäre gemein. Also bitte, Film ab:

Kennt ihr eine wirklich nervige Person? So richtig, dass man sie am liebsten zum Mond schießen würde? Ja? Dann geht zu ihr, umarmt sie und sagt, wie gern ihr sie habt. Denn: Das ist noch harmlos!!! Glaubt es mir!
Der Mond wäre noch viel zu nah! Was ist der von der Erde am weitesten entfernte Ort? Nicht mal der wäre weit genug. Ich fürchte, auch von dort noch könnte sie mich irgendwie erreichen – ein schrecklicher Gedanke!

Ich bin jeden Tag froh, wenn ich von der Schule nach Hause komme. Du willst wissen wieso? Pass auf, ich erzähle es dir. (Leider kann ich nicht das ganze Maß meiner Genervtheit und Gereiztheit in Worte ausdrücken. Die fehlen einfach. Daher klingt es ein wenig harmlos. Das bitte ich zu entschuldigen.) Die Reise, auf die ich euch heute einmal mitnehmen möchte, beginnt morgens:

Mit einem fröhlich gezwitscherten „Hallo“ werde ich begrüßt, wenn ich zur Schule komme. Trotz des freundlichen Grußes wird mir der Tag nicht versüßt – im Gegenteil – und mein gebrummtes „Hi“ fällt eher gequält aus. Dies fällt dem Adressaten allerdings nicht auf. Guter Laune beginnt er, der Adressat, der eine Sie ist, die anderen mit, wie sie meint, interessanten Neuigkeiten aus ihrem Leben vollzulabern. Dass man ihr nicht zuhört, sondern eigentlich deutlich weghört und sich mit jemand anderem unterhält, fällt ihr gar nicht auf. Fröhlich schwabbelt sie weiter und denkt, alle würden sich brennend dafür interessieren. Kommt sie in einen Kreis, in dem sich gerade über ein bestimmtes Thema unterhalten wird, hört sie eine Weile zu und wirft dann – früher oder später – ein „Das kenne ich von irgendwoher“ ein, wohl mit der Erwartung, dass man sie fragt, woher. Was natürlich keiner tut. Oder aber sie fängt einfach an, zu erzählen, wie das bei ihr war, während der andere noch selber am erzählen ist. Denkt sie, man würde sie ignorieren oder nicht bemerken, fängt sie an „lalala“ zu singen – was sie wirklich lieber lassen sollte... (Wie ein Mitschüler einmal treffend formuliert hat: „Also, Sängerin solltest du nicht werden!“)

Sie hat zu jedem Thema etwas zu sagen und merkt nicht im Geringsten, dass man ihre Meinung oft gar nicht hören möchte. Den Kommentar einer Mitschülerin „Nicht verzagen, ... fragen“ nimmt sie als Kompliment...!
Natürlich hat sie auch in jedem Unterrichtsfach etwas zu sagen. Und von ihrer einmal gebildeten Meinung lässt sie sich nicht mehr abbringen, ob sie nun richtig ist oder nicht. Macht man deutlich, dass man nicht ihrer Meinung ist, kann sie auch schon mal pampig werden, sogar Lehrern gegenüber. Ihr Gesichtsausdruck (der mich jedes Mal ankotzt) macht dann deutlich, dass sie fest davon überzeugt ist, ihre Meinung sei die Richtige. Ein typischer Klugsch*** eben.

Und wehe, man fragt etwas nach, was sie vor 5, 10 Minuten noch gesagt hat. Dann kommt ein aufgebrachtes „Das habe ich doch eben noch erklärt“. Ja – aber dir hört eben keiner zu...
Das genervte Augenverdrehen der Leute um sie herum, nimmt sie nicht wahr. Während andere es sehen und sofort verstehen, was damit gemeint ist. Die Antwort darauf ist nur ein Grinsen. Man möchte auf keinen Fall mit dieser Person tauschen.
Leider bildet sie sich ein, ich sei ihre Freundin... Wie kommt sie bloß darauf? Ich wette, jedes Schaf bemerkt die deutlich ausgestrahlte Antipathie, sie hingegen nicht. So komme ich oft in den Genuss, etwas von ihr zu erfahren, das mich natürlich total interessiert (Achtung, Ironie!). Gequälten Gesichtausdruckes und mit einem kräftigen Einatmen („Du schaffst das... irgendwie...“) gehe ich in einen Unterricht, in dem ich – leider – neben ihr sitzen muss. Verlasse ich den Klassenraum wieder, atme ich erleichtert aus.
Endlich vorbei!
Geschafft!
Du hast es überlebt!

Manchmal (oder auch immer öfter) würd ich ihr gern sagen „Halt doch endlich mal die Klappe!“ oder „Das interessiert mich nicht!“.
Ach Mensch, warum bin ich bloß so nett?

Das ist natürlich noch nicht alles, aber mehr von ihr zu schreiben,... uah, da schüttelt es mich! Aber das sollte auch schon reichen, ein wenig klarzumachen, wie DIESE PERSON so drauf ist und dass sie jemand ist, mit dem man nicht unbedingt seine Zeit verbringen möchte... Und dass sie jemand ist, mit dem man NICHT befreundet sein möchte... Und wenn doch, dann weiß ich wirklich nicht, wie schräg man sein muss...

PS: Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen ist rein UNzufällig!

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