Samstag, 18. Juli 2009

Ich würde ja gern, aber...

... ich kann mich einfach nicht dazu aufraffen, zu lernen. Ein Lerntyp bin ich definitiv nicht. Uns so was will studieren gehen... Egal, darum geht es jetzt ja nicht. Lernen. Es gibt kaum etwas, das ich noch weniger mag, als zu lernen. Mich steif darauf zu konzentrieren, etwas in den Kopf zu bekommen, das mich nicht im Geringsten interessiert – und das ich nie wieder brauchen werde. Das ist doch sinnlos!

Beim Lernen fürs Abi wurde ich immer von den hohen Stapeln an Ordnern und Büchern abgeschreckt und entmutigt. Der Stoff von zwei Jahren muss in meinen Kopf...

Neben den Stapeln der Lernmaterialien steht mein Computer, daneben liegen Block und Stift. Wie einladend, das zu Lernende zu übersehen und lieber etwas zu schreiben. Mein ganzes Zimmer ist vollgestopft mit Büchern – wie einladend zum Lesen! Da ist außerdem noch ein Buch, das ich zu Ostern bekommen habe, das ich noch nicht gelesen habe, eins, das meine Mutter mir geschenkt hat, ein weiteres, das meine Tante mir ausgeliehen hat und noch eins von meinem Geburtstag (!). Sie alle kenne ich noch nicht, wie anziehend... Und da ist noch der Gutschein, von meinem Geburtstag, mit dem ich noch zwei weitere Bücher kaufen kann...

Wie soll noch was in meinen Kopf? Da stürmen lauter neue Ideen aufeinander, die mich geradezu anflehen, die aufzuschreiben. Ich habe mir zwar verboten, an meinen Projekten/ Entwürfen weiterzuarbeiten, bis alle Prüfungen hinter mir sind, aber ich kann den Ideen leider nicht verbieten, zu kommen. Sie kommen total ungefragt, da ist eine, da noch eine, dort hinten kommt eine weitere... Argh! Nach weitgehendem Überwinden meiner Krise habe ich sozusagen eine Überschwemmung von Kreativität und kann diese nicht nutzen!

Wenn ich dann lese oder schreibe, komme ich mir schuldig vor. „Du musst lernen!“, sag ich mir dann selber. Mein anderes Ich aber sagt: „Dafür hast du später noch Zeit. Das jetzt ist doch viel interessanter. Geh es locker an.“ „Irgendwann ist es zu spät!“, sagt meine „Engel- Seite“. Hm..., leider ist die andere Seite etwas stärker. Bloß keinen Blick zu den Lernsachen.

Das Verdrängen und Aufschieben vom Lernen geht sogar so weit, dass ich mein Zimmer sozusagen großreingemacht habe. Das muss man doch schließlich auch mal machen ist meine Rechtfertigung dafür. Das Aufräumen, das ich sonst hasse, erscheint mir jetzt als das kleinere Übel. Und wieder nicht gelernt...

Ich würde ja gern lernen, um mit einem guten Gefühl in die Prüfung zu gehen, aber muss es unbedingt jetzt sein? Ja! Nein! Ja!! NEIN!!! Schon wieder verloren... Der Geist ist willig, aber... Ach Mensch, ich könnte mir selber in den Hintern treten, zum Glück ist das nicht möglich, oder leider? Würde ich jetzt sonst lernen? Der Wille zählt? In diesem Fall wohl nicht. Aber ich würde ja wirklich gern...

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