Montag, 29. Juni 2009

Reflektion über die Abschlussfeier

Hallo liebe Leute,

mit dem Abstand des Wochenendes jetzt nach der Abschlussfeier, hatte ich die Gelegenheit, das Ganze zu verarbeiten und zu verdrängen... Ich finde immer noch, dass solche Feiern absolut sinnlos sind. Zeit- und Geldverschwendung! Quälerei! Da tut man nun so, als würden alle sich gegenseitig mögen und als wäre niemals irgendetwas schlimmes vorgefallen. Auch das Verhältnis zu den Lehrern war natürlich immer das Beste. Man dankt den Lehrern für die „schöne Zeit“ und die „lehrreichen Jahre“... wann gab’s die denn? Da hab ich wohl irgendwas verpasst... Hauptsache das Zeugnis in den Händen! Das würde doch nun wirklich reichen! Na ja, jetzt hab ich es ja zum Glück überstanden!

Schon der Gottesdienst verlief vollkommen planlos! Ich war bisher nur zu meinem Abschluss nach der Zehn in einer katholischen Kirche, ich kam da echt nicht zurecht. War aber egal – die anderen nämlich auch nicht. Das erste Problem war schon: sitzen wir Abiturienten jetzt alle zusammen vorne oder jeder da wo er möchte? Mal gucken gehen, ah ja, wir sitzen alle vorne. Und dann... aufstehen, hinsetzen, irgendwelche komischen Worte murmeln, bekreuzigen (? heißt das so?). Und immer wieder Fragen wie: „Dürfen wir uns wieder hinsetzen? Müssen wir noch stehen bleiben?“, „Was jetzt?“,... Die Lieder kannte ich auch alle nicht. Und dann das Ende... „War das jetzt das Ende? Ist jetzt Schluss? Dürfen wir rausgehen? Oder kommt jetzt noch was?“

Dann rüber zur Festhalle. Plätze einnehmen (auch mit ner blöden Sitzordnung!), Musikstücke, Lieder, eine Rede nach der anderen... Unser Konrektor, der Mathelehrer, hatte ein ernsthaftes Problem: „...von unseren 99 Abiturienten sind 58 Mädchen und 51 Jungen...“ Hä? Ah ja! Er verstand dann nicht, warum wir alle anfingen zu lachen. Am Ende, kurz vor der Zeugnisvergabe stellte er dann aber noch klar, dass es doch nur 41 Jungen sind. Aber jeder der anderen Redner hat das dann aufgegriffen und sich drüber lustig gemacht... Dann das Zeugnis! Endlich, offiziell Abitur! Nie wieder die Lehrer sehen! Und wie F. passend in den Saal rief, als er ein Zeugnis in der Hand hielt: „Da ist das Ding!“ Auf der Bühne war es echt unglaublich heiß, meine Güte, es war auch so schwül, unangenehm!

Es folgten das Buffet und eine etwas längere Pause, in der man unter anderem die Abizeitung erwerben konnte. Inzwischen hatte ich jedwedige Motivation (die ja schon vorher praktisch gleich 0 war) verloren. Ich wollte einfach nur noch weg da! Aber man musste noch da bleiben. Da kamen ja leider noch die Danksagungen und so, da konnte man leider nicht gehen.

Endlich dann auch die Danksagungen, wo dann nacheinander die ganzen Leistungskurse nach vorne gingen und sich mit einem Geschenk und einer mehr oder minder gelungenen Rede bei ihren Lehrern bedankten. Viele der Geschenke waren auch Gags, die oftmals nur der Kurs selber verstand. Insider halt! Die Lehrer bedankten sich dann auch, mit mehr oder weniger Worten. Manche umarmten dann noch alle Schüler, manche nicht. An sich ja ne gute Idee, wenn nicht einer meiner Hasslehrer einer meiner LK- Lehrer gewesen wäre, der das leider auch gemacht hat. Das wäre echt nicht nötig gewesen, musste das denn sein??? Egal, auch das habe ich ja jetzt überstanden! Ihn muss ich zum Glück nie wieder sehen! Yeah! Als er dann noch fragte, ob wir nachher alle noch was trinken gehen wollten, hab ich mich schleunigst vom Acker gemacht! Ist ja wohl klar, warum! Außerdem bin ich total gegen Alkohol!

Nachdem dann alle sechs LKs oben gewesen und sich bedankt hatten, löste sich dann die Versammlung leicht auf. Ein Teil der Bänke und Stühle sollte weggeräumt werden, um Platz zum Tanz zu schaffen – der offizielle Teil war vorüber. Mein Stichwort! Schnell von meinen Freunden verabschieden, Eltern einsammeln und – Ciao! Auf Nie mehr Wiedersehen! Mit wenigen Ausnahmen, das sagte ich, glaube ich, aber schon mal. Egal, so was wichtiges kann man nicht oft genug sagen.

Okay, okay, ich muss ehrlicherweise zugeben, dass es nicht ganz so schlimm war, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich bin auch zum Glück nicht, wie ich ja insgeheim befürchtet hatte, gestolpert oder so. Es ging! Ich würde nicht sagen, dass es voll super uns toll war und was auch immer es für positive Ausdrücke noch geben mag, aber es GING! Passabel. Nicht überwältigend, aber zu ertragen. Auszuhalten. Bin trotzdem sehr froh darüber, dass es vorbei ist, und dass es nie mehr wieder kommen kann. So was passiert halt nur einmal im Leben. Aber nicht alles, was einem nur einmal passiert, ist auch gut. Es sind oftmals furchtbare Dinge... Okay, ist ja schon gut. Ich höre ja schon auf.

Also, euch allen dann einen schönen Tag, ich kann ja jetzt auch alles genießen, wo jetzt die beängstigende Aussicht auf die Abschlussfeier vorbei ist und sie auch nie mehr wieder kommen kann. Alles Liebe, eure erleichterte

Jan-Emi

Keine Kommentare: