Sonntag, 12. November 2017

Emi's World Literature List #62

Tatsächlich habe ich jetzt November noch ein zweites Listenbuch beendet - ich glaube, das kam auch schon länger nicht mehr vor, dass ich mehr als eins in einem Monat gelesen habe. Jedenfalls stieß ich zufällig in einer Bibliothek auf "Amelia" von Henry Fielding, meiner Nummer 62, und nahm das als Zeichen dafür, das Buch gleich zu lesen. Wobei es, ganz ehrlich, ziemlich langweilig war...

Es geht um Amelia und ihren Ehemann Captain William Booth, die gegen den Willen ihrer Mutter heiraten und die deswegen enterbt wird. Da ihr Mann auch kein Geld hat (und wenn er welches hat, nicht in der Lage ist, es lange zu behalten), sind sie sehr arm und müssen sich immer irgendwie knapp über Wasser halten, wobei Booth aufgrund der ganzen Schulden stets in Gefahr steht, ins Schuldengefängnis zu kommen.

Die Geschichte wird zwar auf eine ironische Weise erzählt, aber irgendwann war ich einfach nur noch genervt und gelangweilt. Denn sie, also die Geschichte, dreht sich die ganze Zeit im Kreis. Immer wenn Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist, gibt es eine Wendung und es wird noch schlimmer... und das wiederholt sich. Und Amelia ist dabei so naiv-treu-verliebt in ihren Ehemann, dass es schon nicht mehr normal ist.

In mehr als einer Hinsicht erinnerte mich das Buch an "Jahrmarkt der Eitelkeit" (Stil, Handlungsstränge wie die Ehe gegen den Willen der Familie, die Armut, etc. sowie Charaktere, wie der verschwenderische Ehemann und die unschuldige und perfekte, dabei aber eher dumme bzw. naive Ehefrau, die auch noch in beiden Büchern Amelia heißt...) - und vielleicht war es also ein schlechtes Timing, dass ich "Amelia" direkt im Anschluss daran gelesen habe. Vielleicht hätte es mir zu einem anderen Zeitpunkt etwas besser gefallen...

current Music: LOONA/Odd Eye Circle, Sweet Crazy Love

Donnerstag, 2. November 2017

Emi's World Literature List #76

Die letzten zwei Wochen begleitete mich die Lektüre meines Listenbuches, "Jahrmarkt der Eitelkeit. Ein Roman ohne Helden" ("Vanity Fair") von William Makepeace Thackeray. Das ist ein gesellschaftskritischer Roman über die Londoner Gesellschaft Anfang des 19. Jahrhunderts, in dem alle sozialen Klassen auftreten. Der Roman war wirklich interessant, wenn er auch teilweise Längen hatte, aber alles in allem war es eine lohnende Lektüre und ich bin durchaus froh, dieses Buch gelesen zu haben und diese Welt erlebt zu haben, in der ich selbst nicht leben wollen würde - so viel Falschheit, Betrug und Lüge will man in seinem Leben nicht haben...

Gesundheitlich geht es mir nicht besser, da ist ein beständiges Hin und Her von unerträglich bis halbwegs aushaltbar, meistens aber mit der Tendenz zum Schlimmeren...

current Music: Playback, Want You To Say

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Consideration?!

Stellt euch vor, ihr geht, euer Fahrrad schiebend, hinter jemandem her, der sehr eindeutig humpelt und daher langsam unterwegs ist. Was macht ihr?
Genau, ihr schreit den Menschen von hinten an, dass er schneller machen soll und rammt ihm den Vorderreifen eures Fahrrads ins Bein...

Genau das ist mir heute passiert!
Ich kann wahrscheinlich noch von Glück sagen, dass mich der Stoß nicht umgeworfen hat und dass er gegen das nicht ganz so schlimme Bein erfolgte. Ich will mir auch gar nicht vorstellen, was hätte passieren können, wenn.

Mir fehlen da wirklich einfach die Worte! Was sagt man denn auch in so einer Situation?
Und was ist das für eine Welt, in der wir leben? Kann man wirklich, selbst wenn man es vielleicht eilig hat, ein wenig Rücksicht auf jemanden nehmen, der tatsächlich nicht anders kann? In solchen Momenten zweifelt man einfach nur noch an der Menschheit.
Bisher ist mir so etwas noch nie passiert, bei humpelnden, kranken oder alten Menschen hat man in der Regel doch etwas mehr Geduld. Ja, anscheinend nicht alle...

Okay, sorry meine Lieben, das musste einfach mal raus, ich war einfach so empört und ja, verletzt heute. Demnächst geht es hoffentlich wieder um erfreulichere Dinge...

Sonntag, 8. Oktober 2017

Emi's World Literature List #72

Die Nummer 72 auf meiner Liste nimmt eins der unvollendeten Werke Jane Austens ein, "Lady Susan". Dieses ist auch im Gesamtwerk Austens ein Außenseiter, zum einen ist es ein Briefroman, zum anderen ist die Protagonistin hier keine typische Austen-Heldin. Es handelt sich um die schon etwas ältere (gut, 35 ist nicht alt, aber im Gegensatz zu Lizzie Bennett, etc. ist sie eben doch 'älter') und verwitwete Lady Susan. Auch im Charakter unterscheidet sie sich sehr deutlich von den anderen, sie ist eine berechnende, intrigante und manipulierende, lieblose Frau. Auch in diesem Werk erkennt man Austens schriftstellerisches Talent und vor allem ihre Ironie. Für alle, die Austens Romane lieben, sind die unvollendeten Werke, neben "Lady Susan" sind das "Die Watsons" und "Sandition" (vor allem Letzteres beginnt sehr interessant und ich würde zu gerne wissen, wie sich da die Geschichte weiterentwickelt...), eine nette Ergänzung, die man sich mal anschauen kann. Jedenfalls habe ich alle drei sehr gerne gelesen. (Und auch die Jugendwerke Jane Austens kann ich, wenn wir mal beim Thema sind, nur empfehlen - ich habe lange nicht mehr so viel gelacht beim Lesen!)

current Music: Winner, Love Me Love Me

Donnerstag, 14. September 2017

Emi's World Literature List #14

Für meinen letzten beendeten Titel meiner Liste brauchte ich recht lange, allerdings handelt es sich dabei auch um ein sehr umfangreiches, dreibändiges Werk. Es handelt sich um "Der Archipel Gulag" von Alexander Solschenizyn, ein historisch-literarisches Werk, worin er die Geschichte der sowjetischen Straflager dokumentiert - und gleichzeitig auch kritisiert. Erzählt wird von der Unterdrückung und Entmenschlichung in den so genannten Arbeits- und Umerziehungslagern während der Stalin- und Chruschtschow-Zeit. Der Autor selbst geriet in dieses System und erlebte Gefängnis, Lagerwelt und Verbannung. Nach Veröffentlichung des "Archipel Gulag" wurde er auch aus der Sowjetunion verbannt.

Kein leicht zu lesendes Werk, es ist sogar recht mühsam, weil es eine so bedrückende Chronik von Gewalt und Unterdrückung ist. Auf jeden Fall erfährt man dabei vieles über eine Zeit und über ein System, über das man, in der Regel zumindest, nicht viel weiß. Mir ging es jedenfalls so und daher empfinde ich es als lohnend, sich hier durchzukämpfen. Man braucht aber viel Zeit und Konzentration dafür!

current Music: Winner, Island (Absolutely in love with this song! I could listen to it all day long...)

Freitag, 8. September 2017

Just there...

Copyright by Jan-Emi!!!

current Music: VIXX LR, Whisper

Mittwoch, 9. August 2017

Emi's World Literature List #19

Mit dem Abarbeiten meiner Liste geht es weiter! Es ist einfach so, dass es bei der Originalliste immer langsamer vorangehen wird, zum einen weil nicht mehr viele Bücher übrig sind, die es in meiner Bücherei gibt, die anderen müsste ich mir also noch selbst kaufen, zum anderen sind diese restlichen Bücher nun alle relativ umfangreich... Ja, zu einem dünneren Buch greift man in der Regel doch etwas schneller.

In den letzten (nicht ganz) zwei Wochen habe ich mich mit einem weiteren Buch beschäftigt, nämlich mit "Berlin Alexanderplatz" von Alfred Döblin. Es war wieder einmal so, dass ich gar nicht so genau wusste, was da auf mich zukommt. Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist die von Franz Biberkopf, einem Mörder, der gerade frisch aus dem Gefängnis entlassen, zurück nach Berlin kommt und nun eigentlich ein anständiges Leben leben möchte, aber dann widerfahren ihm verschiedene Dinge, die ihn wieder aus der Bahn werfen.

Die Geschichte an sich war vielleicht ja auch noch interessant, nicht wirklich, aber vielleicht als Abbild eines Berlin - übrigens gilt das Buch auch als der Großstadtroman in der deutschen Literatur - der 1920er Jahre, einer der eben die Kehrseite der goldenen Jahre zeigt. Aber der Schreibstil war einfach nur furchtbar! Sehr umgangssprachlich bzw. der gesprochenen Sprache und zwar des Berlinerischen nahe - aber dadurch wirklich schlecht lesbar, zumindest für mich. Für mich war das absolut nichts!

current Music: Jessica Jung, Summer Storm